Regenwürmer: „Franzosen“ erobern Irland

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Posted 26. Juli 2012 by Techtix in Wissenschaft

Biologen heben in Irland auf einer Grünfläche im Untergrund von Dublin einen Regenwurm entdeckt, der üblicherweise nur in Südwestfrankreich vorkommt.

Regenwürmer-Frankreich-Irland

Die Biologen glauben, dass der Regenwurm als „blinder Passagier“ in Pflanzerde oder als Angelköder nach Irland gelangt ist.

Regenwurm: Als Blinder Passagier nach Irland

Der Regenwurm kommt üblicherweise in der Aquitaine, in Frankreich vor. Nun haben die Biologen herausgefunden, dass er sich rund 1000 Kilometer von seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet ebenfalls sehr wohl zu fühlen scheint. Dies schreiben die Biologen Carol Melody sowie Olaf Schmidt vom University College Dublin im Fachmgazin „Biology Letters“. Insbesondere könnte zu der Vermehrung der französischen Würmer beigetragen haben, dass diese Bodenpartikel verwerten können, die die irischen Würmer nicht verarbeiten können.

Biologen: Bodenquader ausgehoben und Würmer registriert

Die beiden Wissenschaftler hoben mehrere 16 Liter umfassende Bodenquader aus und untersuchten die darin lebenden Regenwürmer. Jeder einzelne Wurm wurde registriert. Neben den 16 einheimischen Regenwurmarten gab es dabei jedoch auch solche der Art Prosellodrilus amplisetosus. Diese Art umfasste in dem Testgebiet die am stärksten verbreitete Art. Die neue Regenwurmart hat somit wahrscheinlich eine der letzten noch verwertbaren Bodenpartikelarten zur Verbreitung nutzen können.

Französische Regenwurmart: Mehr schwerer Stickstoff im Gewebe

Auffällig ist, dass das Gewebe der französischen Würmer insgesamt weniger Stickstoff enthält als das der Einheimischen, gleichzeitig jedoch mehr schwerer Stickstoff und Kohlenstoff vorhanden ist. Die Forscher schließen aus dieser Beobachtung, dass die französischen Würmer Bodenpartikel verwerten können, die stark von Mikroben besiedelt werden. Einheimische Würmer können diese offenbar nicht verwerten. Wie sich die neue Regenwurmart jedoch auf den ökologischen Mikrokreislauf im Boden und damit langfristig auch auf die Bodenartbildung auswirkt, ist noch offen.




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